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Kinderschutz ohne Grenzen
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Portugal verfügt ab sofort über ein Alarm- und Suchsystem für verschwundene Kinder. Unter dem Namen „Sistema de Alerta de Rapto de Crianças“ ermöglicht das flächendeckende elektronische Info-Netzwerk, alle relevanten Daten des Kindes sofort nach Entdeckung seines Verschwindens allgemein zugänglich zu machen und so jeden Bürger potenziell an der Suche nach dem Kind zu beteiligen. Öffentliche wie private Einrichtungen beteiligen sich an dem System, darunter die Nachrichtenagentur Lusa, die im Notfall sofort eine detaillierte Suchmeldung an Presse, Rundfunk und Fernsehen weiter leitet. Auch die Verkehrsleitsysteme an den Autobahnen werden die Meldung als Fließtext emittieren.
Das System geht auf einen Vorschlag des portugiesischen Justizministeriums zurück, der während EU-Ratspräsidentschaft des Landes 2007 eingebracht wurde. Eine Testphase in Portugal, Frankreich und den Benelux-Staaten verlief erfolgreich.
Inzwischen hat das Europa-Parlament beschlossen, einen eigenen EU-Etat für den Kinderschutz aufzustellen, aus dem später ein EU-weites Kindersuchprogramm finanziert werden kann, bei dem sämtliche Datenbanken und Informatik des Schengen-Raums vernetzt arbeiten sollen.
Seit Mai dieses Jahres gilt in bisher zehn EU-Staaten (Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei und Ungarn) die einheitliche Notrufnummer 116 000 für Suchmeldungen im Fall verschwundener Kinder. Deutschland hat noch nicht über eine Teilnahme entschieden.
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