| Sicherheit im Katastrophenfall
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Ein Erdbeben von der Stärke, wie es Mitte Januar Haiti erschütterte, würde in der Algarve die Hälfte der Infrastruktur und der lebenswichtigen Anlagen zerstören; gut zwei Drittel der Krankenhaus-Funktionen wären lahm gelegt. Das zeigt die Langzeit-Studie des Katastrophenschutzes im Auftrag des Innenministeriums, die nun mit einigen Monaten Verspätung bekannt gegeben wurde (s. ESA 11/09). Zu Grunde gelegt wurden Erdstöße der Stärke 7,5 auf der Richterskala an einem 15.August zur Mittagszeit.
João Sousa Oliveira, Ingenieur an der Technischen Hochschule Lissabon und verantwortlich für die Studie erklärte, für die Berechnungen sei eine genaue Aufstellung der Infrastruktur – Bebauung, Verkehrs- und Versorgungsnetze – erfolgt, das sei „die objektive Datenbasis“. Doch müssten auch „Opfer in der Bevölkerung einkalkuliert werden, und diese Größe ist besonders schwierig zu berechnen, weil die Algarve als Touristenregion sehr große saisonale Bevölkerungsschwankungen kennt“. Im Hinblick auf einen Tsunami wurden drei verschiedene Szenarien erstellt, die sich mit Schutz und Evakuierung potenzieller Überschwemmungsgebiete beschäftigten.
Die Studie soll „nicht zur Panik beitragen, sondern Maßnahmen ermitteln helfen, um die Bevölkerung in einem eventuellen Katastrophenfall versorgen zu können. Deshalb müsse eine Simulation immer vom schlimmstmöglichen Szenario ausgehen. Sousa Oliveira fordert, für jeden Neubau einen Pass über erdbebensicheres Bauen zur Pflicht zu machen (ähnlich dem Energiepass); ohne ein solches Zertifikat dürfe kein Haus Wohngenehmigungen erhalten.
Auf der Basis aller Ergebnisse wird bis Jahresmitte ein „spezieller Notfallplan“ erarbeitet, der dann der Bevölkerung zur Kenntnisnahme und öffentlichen Anhörung vorgelegt werden soll. Es sei auch wichtig, die Menschen zu „einer Risiko-Kultur“ zu erziehen, damit im Ernstfall jeder wisse, was „er tun muss und auch sich selbst als Teil des Zivilschutzes erkennt“.
Auszüge aus der Präsentation der Studie hier
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