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I-Qmed 08/10
17.08.10 14.30 h
I-Qmed

 Krasse ärztliche Kunstfehler ereigneten sich in der Privatklinik I-Qmed des niederländischen Augenarztes Franz Versteeg in Lagoa: Ende Juli operierte Versteeg mit Laser vier Patienten wegen Fehlsichtigkeitskorrekturen. Alle Eingriffe gingen schief: Die Patienten sind, nach einer post-operativen Infektion, bleibend erblindet. Wodurch ist noch unklar. Drei der vier Patienten, die sich zwecks Grauen Stars an einem Auge einer Operation unterzogen, wurden bereits aus dem Krankenhaus Capuchos in Lissabon entlassen. Die vierte Patientin, Valdelane Santos, 35 Jahre, die zuerst nur an einem Auge für das Einsetzen einer Intraokularlinse operiert werden sollte, dann aber auf Rat des niederländischen Arztes sich beide Augen operieren ließ, ist weiter im Krankenhaus in Lissabon.
Durch diese Fälle wurde bekannt, dass die Klinik, obgleich seit sieben Jahren in Betrieb, nicht über eine Lizenz verfügte.
Die vier Patienten sind dabei, einen Anwalt zu engagieren, um gegen den Arzt Anklage zu erheben. Mittlerweile gab die Staatsanwaltschaft jedoch bekannt, bereits eine Ermittlung gegen die Klinik eingeleitet zu haben. Die Ärzte-Kammer führt ihrerseits neben einem Disziplinarverfahren eine Untersuchung gegen Versteeg durch.
Der Arzt hat auch in Amstelveen, nahe Amsterdam, eine Praxis und pendelte mehrmals pro Woche hin und her. In den Niederlanden berichten Ex-Patienten ebenfalls von Behandlungsfehlern und Versteeg wurde bereits von der Gesundheitsbehörde Inspectie voor de Gezondheidszorg untersucht. Schwere Anschuldigungen werden in der Zeitung „Telegraaf“ erhoben: Er habe vom niederländischen Verband für Augenheilkunde keine Erlaubnis für chirurgische Eingriffe, da er die Prüfung nicht bestanden hat. Ein Sprecher des Verbands sagte, Versteeg sei „nicht gut genug“ gewesen, um aufgenommen zu werden; er hätte auch keine Klinik betreiben dürfen. Sein Verhalten sei „kriminell“.
Sein „modus operandi“ war in beiden Kliniken gleich. Laut der Zeitung RTL Nieuws erfüllte die Klinik in Amstelveen auch nicht alle gesetzlichen Bedingungen. Genau wie in Lagoa verfügte die Klinik nicht über einen geeigneten OP-Raum und das Personal war nicht ausgebildet.
Beide Kliniken wurden bis zur Klärung geschlossen.