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Editorial 2/10

 

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2010 ist gerade mal Stunden alt, als die ESA-Redaktion das Februarheft plant: Karneval in der Algarve und von auswärts vor demselben hierher Geflüchtete, die sich zum diesmal zeitgleich kalendernotorischen Valentinstag mit „Doces do Algarve“ verwöhnen und pfundige Ergebnisse
auf der Via Algarviana sportlich abbauen. „Der Satz ist eine Katastrophe“, rufen die Kollegen. Der bleibt trotzdem so, denn er gleicht der Nachrichtenlage: Viel drin, aber unübersichtlich und nichts wirklich Neues. Gibt es so etwas wie ein Winterloch?
Was von den „Nullerjahren“ (portugiesisch phonetisch schöner: „anos zero“) übrig blieb an Relevantem, fragt Portugals Presse, anders als die deutsche, kaum. Darum kümmert sich das Teatro do Boa Esperança in Portimão. „Fujem Moços que vem a Gripe“ („Rette sich wer kann, die Grippe kommt“) – die Kabarettisten nehmen Wichtigkeiten aufs Korn, die dann doch nur leere Nachrichten-Blasen waren (ein Besuch lohnt sich). Krisen wegzulachen, entwickelt sich zur portugiesischen Devise: Die TV-Konsumenten haben die Satiren der Gruppe Gato Fedorento zu den Wahlen 2009 zur besten Sendung des Jahres gewählt.
Politik und Presse hafteten lange an Themen aus Nullneun, doch dann ging es plötzlich los: Der Dichter und Politiker Manuel Alegre wirbelt mit dem zweiten Anlauf als Präsidentschaftskandidat für 2011 Portugals Linke durcheinander. Amtsinhaber Cavaco Silva ist des Landes beliebtester Politiker. Staatsbankchef Vítor Constâncio muss derweil seine Kandidatur zum Chef der Europäischen Zentralbank verschieben. Jahreskarten für das Autódromo gingen weg wie warme „papos secos“ und der Hochgeschwindigkeitszug TGV soll 36.000 Arbeitsplätze schaffen. In den Jahren 2015 bis 2030.
Die Nachrichtenlage: Aus der Vergangenheit ein beherzter Weitsprung in die Zukunft. Das alles steht nicht in dieser ESA. Wir beobachten erst mal,
was sich daraus entwickelt. In diesem Heft steht, was im Februar wichtig ist.

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