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Meldungen 02/10
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| Aktuell |
Brunnenlizenz online
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| Die vorgeschriebene Registrierung von Brunnen, Teichen, Wasserschächten, Sickergruben, Wehren und anderen Bewässerungs- und Abwasseranlagen (s. ESA 5, 6 u. 9/09) kann jetzt auch über das Internet erfolgen. Das zuständige hydrografische Amt der Algarve hat die entsprechenden Formulare online gestellt, wo sie ausgefüllt und virtuell eingereicht werden können. Dazu ist es notwendig, sich auf der Seite www.arhalgarve.pt (Link = grünes Logo re. unten) anzumelden, alle Daten zum Grundstück anzugeben, sowie Belege, Karten oder Urkunden als Anhang zu senden. Für Flurkarten bestehen Links zu Google Earth oder Sapo Mapas. Gleichfalls virtuell können die Gemeindeämter konsultiert werden, mit denen das hydrografische Amt zum Zweck der Legalisierung der Anlagen zusammenarbeitet. Die Frist für die Genehmigung endet am 31. Mai.
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| Nachhaltige Sardine |
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Sardinen von der portugiesischen Küste dürfen seit Mitte Januar das blaue Qualitätssiegel des Marine Stewardship Council (MSC) tragen.
Portugals traditioneller Fisch ist die erste an der iberischen Küste gefangene Art, die die Auszeichnung erhielt und nun als nachhaltiges Lebensmittel gelten darf. Das Siegel der gemeinnützigen, unabhängigen Organisation helfe, Verbraucherentscheidungen beim Kauf positiv zu beeinflussen, so Humberto Jorge, Sprecher des Fi-scherei- und Industrieverbandes ANPOCERCO zur MSC-Entscheidung, die auch die Fischereiverwaltung betrifft.
95 % des portugiesischen Sardinenfangs fallen unter die prämierte Fischerei: Jährlich werden über 50.000 Tonnen Sardinen aus einer Tiefe von 15 bis 70 Metern gefangen. Die Auszeichnung bestätige, dass ANPOCERCO bewusst sei, wie Fischerei heute die Zukunft der Meere bestimme, so Jorge. In weltweit 45 Ländern werden mehr als 2.500 Fischerzeugnisse mit dem MSC-Logo vertrieben (Info zu Fanggebieten und Erträgen auf www.fischverband.de/fanggebietskennzeichnung/fanggebietskarte).
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| Land & Leute
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| Gewalttätige Überfälle
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Die Algarve war in den letzten Monaten Bühne mehrerer gewalttätiger Überfälle. Die Opfer sind vor allem ausländische Residenten, welche die portugiesische Sprache nicht beherrschen, über 50 Jahre alt sind und in alleinstehenden Häusern leben, die „Anzeichen von Reichtum haben“, so Angaben der GNR.
In der Gegend von Sobradinho, Bezirk Loulé, wo die meisten Überfälle registriert wurden, gab die GNR zu, dass die Polizei-Überwachung nicht ausreichend sei, doch nicht mehr Bedienstete zur Verfügung stünden (s. ESA 11/09). Mendes Bota, PSD-Abgeordneter für die Algarve, reichte bereits im Innenministerium einen Antrag ein, um festzustellen, wie viele Bedienstete derzeit in der Algarve sind. Ziel ist es zu prüfen, ob die Regierung ihr Versprechen bezüglich eines höheren Polizeieinsatzes in der Region eingehalten hat. Auch die Botschaften von Großbritannien und der Schweiz forderten bereits von der Regierung Erklärungen.
ESA sowie englischsprachige Medien, die in der Algarve erscheinen, erhielten Schreiben von Lesern, die ihre Befürchtungen ausdrücken und den portugiesischen Staat dazu auffordern, der Polizei mehr und bessere Mittel zur Bekämpfung der Kriminalität zur Verfügung zu stellen. Viele Residenten ziehen die Möglichkeit in Betracht, ihr Haus zu verkaufen, da sie sich in der Region nicht mehr sicher fühlen.
In Vale Telheiro und Poço Geraldo ergreifen die Bewohner Selbstinitiative: sie nummerieren ihre Häuser und erstellen einen Plan, in dem auch die GPS-Koordinaten eingetragen werden. Dieser Plan wird an die Polizei und die Feuerwehr verteilt. Ziel ist es, dass im Notfall die betroffenen Häuser schneller gefunden werden (Info unter
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). Ähnliches wurde bereits mit Erfolg in Alfeição vorgenommen.
Im November 2009 wurde ein Schweizer Ehepaar in Vale do Lobo überfallen und angegriffen. Die 77-jährige Eigentümerin wurde zudem sexuell missbraucht. Im darauf folgenden Monat waren es ein schweizer und ein deutsches Ehepaar, die den Kriminellen zum Opfer fielen. Anfang Ja-nuar dieses Jahres wurde eine Familie in Sobradinho in ihrem Haus gefangen gehalten und misshandelt.
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| Unwetter
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Gesperrte Straßen und Brücken, Überflutungen, zerstörte Plantagen und Strände. Dies war das Szenario in der Algarve nach den heftigen Regenfällen und Stürmen mit Böen bis zu 100 km/h im Januar.
Vor allem in der Landwirtschaft führte das schlechte Wetter zu großen Schäden. Allein im Bereich der Zitrusfrüchte werden die Verluste auf 15 Mio. Euro geschätzt. Überflutungen und der Hagel, der in Tavira, Olhão und Faro fiel, zerstörten ca. 50.000 Tonnen Zitrusfrüchte, ein Viertel der jährlichen Produktion, und stellte auch die nächste Ernte in Frage. Dazu kommen die Schäden in Gewächshäusern, Lagerräumen und bei Bewässerungssystemen. Das Landwirtschaftsministerium garantierte den Landwirten bereits finanzielle Unterstützung und versprach eine Entbürokratisierung bei den Anträgen um die Fonds.
An sechs Stränden trug das Meer den gesamten Sand ab: Fuzeta, Cacela, Faro, Garrão, Salema und Vale do Lobo. Herumfliegende Weihnachtsbeleuchtungen, Verkehrsschilder, Baumäste und andere schlecht befestigte Objekte verursachten Sachschäden in mehreren Orten. Der Sturm stürzte Bäume und Strommasten und führte zu Stromausfällen, die u.a. in Portimão erst mehrere Stunden später behoben werden konnten.
Doch es gab auch positive Folgen des heftigen Regens. Die Stauseen der Region sind beinahe bis zu ihrer maximalen Kapazität gefüllt. Laut Angaben der regionalen Wasserbehörde ARH gibt es keinen Grund mehr für die noch Ende des Herbstes 2009 herrschenden Befürchtungen einer Wasserknappheit im nächsten Sommer.
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| Kunst & Kultur
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| Kunst als Magnet
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Eines der ältesten Gebäude in Monchique wurde zur wunderschönen Galeria Santo António umgebaut. Im Februar übernimmt der gemeinnützige Kulturverein ADAC den Betrieb.
Hauptbetätigungsfeld von ADAC, Arte Divina Associação Cultural, ist die Kunstbewegung „Arte Algarve“. Die Galerie soll das Kulturleben in Monchique – das Zweitmeistbesuchte Ausflugsziel der Algarve – stimulieren, wie der Präsident der Câmara Rui André (s. S. 10) und Rolf Osang von ADAC, betonen. Jeden Monat wird es eine Ausstellung mit Gemälden, Fotografien und Skulpturen geben. Aber auch thematische Events stehen an, wie z.B. „Fernando Pessoa“. Die nahezu 100 Künstler, die sich in „Arte Algarve“ organisieren, werden aufgefordert, Werke zum jeweiligen Thema und extra für die angekündigte Ausstellung zu erarbeiten.
Die Vernissagen finden an jedem zweiten Freitag eines Monats statt. Live Musik, leckere Happen und auch ein Glas Wein runden das Erlebnis ab. Gleich die erste Vernis-sage dürfte viele Besucher aus nah und fern anlocken. Sie beginnt am Freitag, 12.2. um 18 h; ausgestellt sind Gemälde des Lissabonner Malers Xico Fra und Werke der deutschen Bildhauerin Cony Welcker.
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Meldungen aus der Hauptstadt
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| Zerstörte Legende
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Ein Brand hat das Gebäude der Jazzbar Hot Clube de Portugal stark beschädigt. Das 61 Jahre alte Szenelokal an der Praça da Alegria, in dem internationale Jazzgrößen wie Count Basie, Dizzy Gillespie und Sidney Bechet auftraten und das als Europas ältester Jazzklub international bekannt ist, verlor seine Bühne. Das Feuer zerstörte das Dach des 100 Jahre alten Hauses, die oberen Etagen standen seit langem leer. Das Kult-Lokal im Untergeschoss und das Restaurant Púcaro wurden durch Löschwasser unbenutzbar gemacht. Die Feuerwehr versiegelte das Haus, es darf nicht betreten werden, bevor eine umfassende Restaurierung erfolgt ist.
Die Betreiber suchen Ersatzräume, die „dem Geist des Hot Clube entsprechen“. Der Rat der Stadt als Eigentümer des zerstörten Hauses bot dem Jazzklub einen Raum im benachbarten Kino São Jorge an, doch dort fehlten die akusti-schen Voraussetzungen, so Klub-Präsidentin Inês Homem Cunha. Das Ausweich-Quartier muss vier Jahre dienen, bis zum Abschluss der Restaurierung des alten Hauses, das als Casa do Jazz mit Museum, Musikschul- und Konzerträumen neu eröffnen soll. Die bis August fest geplanten Konzerte wurden abgesagt.
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Gesundheit
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| Ärzte aus Kuba
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In Portugal sind derzeit 81 Ärzte aus Kuba in der Ärztekammer angemeldet. Der portugiesische Staat zahlt diesen Ärzten € 2.500 im Monat. Die Zahlung erfolgt seitens des Gesundheitsministeriums an die Regierung von Kuba. Doch die Ärzte bekommen lediglich € 500 im Monat, deren Familienangehörige, die in Kuba leben, € 15 und der kubanische Staat behält die restlichen
€ 1.975. Zudem übernehmen die Rathäuser, in deren Bezirke diese Ärzte tätig sind, u.a. die Hausmiete. Die portugiesische Regierung ist mit diesem Abkommen zufrieden, weil somit der Ärztemangel behoben werden konnte. Die kubanischen Ärzte äußern sich nicht dazu. Doch die portugiesischen Ärzte sind über diese Situation schockiert und reichten bereits Reklamationen bei den Gesundheitsbehörden des Alentejo und der Algarve ein, bei welchen die Mehrheit (44) dieser Ärzte angestellt ist.
Der stellvertretende Staatssekretär für Gesundheit, Manuel Pizarro, sagte, dass es keine Diskriminierung gibt, da die kubanischen Ärzte den gleichen Lohn erhalten würden wie ihre portugiesischen Kollegen. Wie Kubas Regierung die Zahlung regeln würde, sei „nicht Portugals Problem“. Rathäuser, in deren Bezirke dringend Ärzte benötigt werden, sehen sich gezwungen, solche Bedingungen zu akzeptieren. Das von Alpiarça, wo zwei Ärzte arbeiten, zahlt ihnen die Miete in Höhe von € 350 sowie Strom, Wasser, Gas und sogar Telefon und Internet.
Zuletzt wurden 44 kubanische Ärzte angestellt. Deren Arbeitsverträge wurden mittels eines Abkommens zwischen Portugal und Kuba abgeschlossen und haben eine dreijährige Laufzeit. |
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| Wirtschaft & Recht
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| Gläserne Verwandtschaft
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| Der seltene Fall, dass ein Gesetzesentwurf der kommunistischen Partei PCP im Parlament eine Abstimmungsmehrheit erhält, ist eingetreten: Die Abgeordneten beschlossen, der Obersten Finanzbehörde Einblick in alle Konten und finanziellen Transaktionen von Personen zu verschaffen, deren Verwandte im Verdacht der Steuerhinterziehung stehen. Außerdem müssen Banken den Finanzämtern jährlich einen detaillierten Bericht über die Sparzinsen vorlegen, die ihre in Portugal lebenden Kunden erhalten. Beim Votum im Parlament enthielten sich die Abgeordneten der großen Volksparteien PS und PSD der Stimme.
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| Fahrt in die Pleite
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2009 wurden rund 2.000 Autohändler und Kfz-Werkstätten Opfer der Finanzkrise und mussten schließen. Im Jahr 2008 hatte dieses Schicksal bereits 1.100 Betriebe getroffen, in der Algarve wurden dabei nur 4 % der entsprechenden Werkstätten von der Pleitewelle erfasst. Nicht nur Kleinstbetriebe sind betroffen, so Jorge Neves da Silva vom Branchenverband ANECRA. Zurückhaltung der Bürger beim Konsum und restriktive Kreditvergabe hätten dem Gewerbe ebenso geschadet wie die zahlreichen privaten Autoschrauber und Gebrauchtwagenhändler, die ohne Konzession arbeiteten.
Auch der Staat unterstütze Investitionen in dieser Branche nur halbherzig. Die ANECRA möchte erreichen, dass die Branche Teil des Nationalen Strategieplans QREN (Quadro de Referência Estratégico Nacional) wird, da trotz des Verlustes von 11.000 Arbeitsplätzen in zwei Jahren die Kfz-Branche einen erheblichen Beitrag zu den Staatsfinanzen leiste. Neves da Silva warnt, der starke Rückgang der Fachbetriebe wirke sich auch auf den Zustand des Automobil-Bestandes im Lande aus. |
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