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Meldungen 07/09
   
Aktuell  

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Portugal in Straßburg
 

Wenn sich das Europäische Parlament zwischen dem 13. und dem 16. Juli konstituiert, sind weniger als ein Drittel der portugiesischen Abgeordneten der vergan­genen Legislaturperiode vertreten. Neben 7 Ehemaligen besetzen 15 neue EU-Parlamentarier die 22 Sitze, die Portugal nach dem Vertrag von Nizza zustehen. Sozialistische Abgeordnete scheiden vor allem wegen des schlechten Wahl­er­geb­nisses ihrer Partei aus, die konservative PSD hatte zur Europawahl viele neue Gesichter aufgestellt.
Die Rechtspartei CDS-PP bekundete, sie werde José Manuel Durão Barroso bei dessen zweiter Kandidatur zum Präsidenten der EU-Kommission unterstützen, das Amt dürfe „nicht durch parteipolitische Querelen beschädigt werden“, Portugal müsse „geschlossen hinter seinem Vertreter stehen“. Dem schloss sich der sozialistische EU-Abgeordnete Vital Moreira an; er wolle „das Votum der Bürger respektieren“,
die auch in Portugal mehrheitlich rechts von der Mitte abstimmten. Die Linkspartei Bloco de Esquerda (BE) erklärte, ihre drei Abgeordneten würden gegen Barroso stimmen.

 
Kein Schulschluss

Der Landeselternrat Confederação Nacional das Associações de Pais (CONFAP) möchte die Schulen 12 Stunden am Tag geöffnet wissen, um den Unterricht der Kinder besser an die Arbeitszeiten der Eltern anzupassen. Nach dem Unterricht sollten Schu­len Lernspiele anbieten. CONFAP-Präsident Albino Almeida erklärte, dieser Antrag sei Teil einer Forderungsliste, den die Elternsprecher dem Bildungsministerium 2005 vorgelegt ha­ben. Viele Punkte seien erfüllt, wie verlängerte Öffnungs­zeiten der Grundschulen, Mittagessen in allen Schulen sowie einige infrastrukturelle Ände­rungen. Nun gehe es da­rum, die „Einflüsse der Schule auf die Familien zu harmonisieren“.
Die zuständige Ministerin Maria de Lurdes Rodrigues, die meistgescholtene Politikerin der Regierung Sócrates, ist ge­sprächsbereit. Es gebe bereits Schulen, die von 8 h bis 20 h geöffnet seien. Allerdings dürf­ten diese Öffnungzeiten „nicht bedeuten, dass ein Kind 12 Stunden täglich in der Schule bleibt“.

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Land & Leute

 
Megaprojekte
 

Nachdem die Algarve als Europas Kalifornien bezeichnet wird, soll die Region nun auch zu Europas Hollywood werden. Die Projekte „Picture Portugal“ und „Media Park“ des Rathauses von Portimão in Zusammenarbeit mit der Algarve Film Comission seh­en den Bau von Filmstudios und einem Vergnügungs­park vor. Die Verhandlungen laufen mit den beiden US-ame­rikanischen Filmstudios Universal Studios und CBS Paramount. Während Universal Studios am Bau des Ver­gnügungsparks (€ 550 Mio.) interessiert ist, plant CBS elf Filmstudios (€ 200 Mio.).
Der Vergnügungspark zum Thema „Die Geschichte des Kinos und der Autos“ soll in der Nähe des Internationalen Autodroms im Sítio do Escam­padinho gebaut werden. Eine genaue Lage für die Studios ist noch nicht vorgesehen. Bis 2010 sollen jedoch nur zwei gebaut werden, so­wie ein Was­sertank in der Größe ei­nes Fußballstadions für Aufnahmen im Wasser.
Für die Finanzierung soll eine internationale Holding gegründet werden und das Rathaus hat sich mit dem Projekt auch bereits für nationale Fonds beworben. Zudem be­steht die Möglichkeit, dass es als Projekt von Nationalem Interesse (PIN) eingestuft und somit von der Regierung ge­fördert wird.
Joaquim de Almeida, Schau­­spieler und Vorsitzender der Algarve Film Kommission, ist fest davon überzeugt, dass die Algarve und ganz Portugal ideal für Dreharbeiten sind. Einerseits wegen der vielfältigen Landschaften und Ge­bäu­­de, die von mittelalterli­chen Burgen bis zu modernen Skyscrapers reichen, andererseits wegen der klimatischen Bedingungen und dem natürli­chen Licht. Joaquim de Al­mei­­da spielte bereits einige Rol­len in US-amerikanischen Fil­men und will seine Verbin­dungen nützen, um Dreharbei­ten von amerikanischen Filmstudios nach Portugal zu bringen. Eine Vorstellung des Projektes „Picture Portugal“ ist unter dem gleichnamigen Link zu sehen.

   
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FKK-Strände   

0709mefkk_.jpgAuch in diesem Sommer wer­den FKK-Anhänger sich ledig­lich an zwei offiziellen FKK-Stränden an der Algarve-Küs­te sonnen können: Praia do Barril in Tavira und Praia das Adegas in Odeceixe. Der vor fünf Jah­ren ins Leben gerufene FKK-Verein der Algarve CNA bemüht sich jedoch weiterhin um die Ge­neh­migung weiterer offi­zieller Strände und hat vor kur­zem an alle politischen Parteien im Parlament einen Gesetzesantrag gestellt.
Ziel ist es, die im aktuellen Ge­­setz vorgeschriebene Entfernung von 1.500 Metern zwischen einem FKK-Strand und ei­ner Ortschaft auf 500 Meter zu reduzieren. Laut Álvaro Campos, CNA-Vorsit­zen­der, ist die Gesetzgebung von 1994 mitt­lerweile fern jeder Reali­tät, da die star­ke Bebauung der Küste jede Ge­neh­migung unmöglich macht. Der CNA will zudem, dass es mindestens einen FKK-Strand pro Bezirk gibt. Was die gelten­de Gesetzgebung auch vorsieht, doch wegen der momentan vorgeschriebenen Entfernung nicht umgesetzt werden kann.
Obgleich nicht offiziell, wird FKK seit Jahren an 12 Strä­nden der Algarve von den Behörden toleriert: Bordeira (Aljezur), Beliche, Zavial, Praia das Furnas und Cabanas Velhas (Vila do Bispo), Praia dos Pinheiros, do Canavial und Meia Praia (La­-gos), Praia Grande (Pêra/Silves), do Trafal (Loulé), Fuzeta (Olhão) und do Ancão (Vila Real de Sto. António). Diese Strände will CNA als erste FKK-Strände offi­ziell genehmigt sehen.

   
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Kunst & Kultur
  
Weltmusik
  

Vom 17. - 25. Juli findet in Sines zum elften Mal das Weltmusik-Festival statt. Ins­gesamt 37 Konzerte von Mu­si­kern aus Europa, Afrika, Nah­ost, Asien und Amerika. Ei­­ni­ge der Künstler sind zum ersten Mal in Portugal. Dies ist auch das Ziel des Festivals: Dem Publikum neue Gruppen, Sän­ger und Musikrichtungen vor­zu­stellen. Die Konzerte finden in der Burg, an der Strandpromenade und im Centro de Artes von Sines statt sowie neben dem Fischereihafen in Porto Covo, 15 km von Sines entfernt.
Unter http://fmm.com.pt/en/ findet der User nicht nur das vollständige Programm mit Informationen zu den jeweiligen Musikern und durch Videos einen Vorgeschmack auf deren Musik, sondern auch Anfahrtsskizze, Unter­kunftsmöglichkeiten, Informationen über das Festival, die Veranstaltungsorte und den Ticketverkauf, Fotos und vie­les mehr.
Seit der ersten Auflage des Festivals im Jahr 1999 kamen über 325.000 Menschen zu den Veranstaltungen. Zu Beginn lief das Festival nur über drei Tage, hatte fünf Musikgruppen zu Gast und wurde von 7.000 Menschen besucht. Im vergangenem Jahr waren es bereits ca. 90.000 während fünf Festivaltage.

   
     
 Debütalbum    
0709mefado.jpgWenn es Fälle gibt, bei denen das Wort „endlich“ Sinn macht, um die Herausgabe des Debütalbums einer Sängerin anzukündigen, dann ist dies sicher einer. Seit Jahren war­te­ten Fado-Fans mit Spannung auf Carminhos erstes Album. Nun ist „Fado“ auf dem Markt und die 24-Jährige wird als die „Große Hoffnung des Fados“ angesehen.
Schon in ihrer Kindheit hörte Carminho täglich Fado, da ihre Mutter Teresa Siqueira Fado-Sängerin ist. Mit 12 Jahren sang sie selbst dann zum ersten Mal vor dem großen Publikum im Coliseu de Lisboa. Danach war sie regelmäßig in der Taverna do Embuçado in der Alfama, Lissabon, zu hören. Dort traf man sie unter vielen der damaligen be­kannten Fado-Sänger wie Beatriz da Conceição, Fernanda Maria, Alcindo Carvalho, Pa­qui­to und Fontes Rocha, die sie mit dem traditionellen Fado präg­ten. In den letzten Jahren nahm sie an verschiedenen Konzerten und Alben von anderen Fado-Sänger teil sowie im Film „Fados“ von Carlos Saura; sie erhielt im Jahr 2006 eine Auszeichnung von der Amália Rodrigues Stiftung.
Ihr Album umfasst insgesamt 14 Lieder, darunter „Palavras Dadas“ und „Nunca é Silêncio Vão“, die sie selbst schrieb. Einen kleinen Vorgeschmack erhält man auf ihrer Webseite
   
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Meldungen aus der Hauptstadt

 
Freilichtmuseum

 
In diesen Tagen öffnet auf dem Gelände des Castelo de São Jorge eine Ausgra­bungs­stätte, die Überreste eines einst hier existierenden isla­mischen Dorfes zeigt, „ein einzigartiges Zeugnis der Ge­schichte und Kultur Lissabons“: Der Architekt João Luís Carrilho da Graça wollte „vor allem die Atmosphäre der islamischen Häuser bewahren“. In einer späteren Phase werden auch die Relikte eines mittelalterli­chen Palastes und Überreste aus der Eisenzeit den Besuchern zugänglich gemacht. Für die Stadt ist die Ausgrabung Teil der Generalüberholung der Burg, die neben touristischen Aspekten auch zur archäologischen, historischen und schulischen Bildung beitragen soll. Die Ruinen wurden 1996 bei den Arbeiten für einen Parkplatz entdeckt.
   
d    
Gesundheit
  
Ärtzliche Behandlungsfehler
  
Laut einem Bericht der Ge­sundheitsüberwachungsbehör­de IGAS wurden im vergange­nen Jahr 155 Entschädigungs­anträge auf Grund ärztlicher Fehler gegen das nationale Gesundheitssystem SNS ge­stellt. Dies könnte Ausga­ben in Höhe von 29 Mio. Euro für das SNS bedeuten.
Die Mehrheit der Klagen we­gen angeblicher ärztlicher Feh­ler wurden in Lissabon, Setúbal und Coimbra registriert und betreffen vor allem folgende Fach­bereiche: Ortho­pä­die, Chi­rurgie, Gynäkologie und Ge­burtshilfe, Augenheil­kunde so­wie Interne Medizin.
2008 wurden insgesamt 46.414 Klagen gegen das SNS eingereicht, was eine Zunahme von 17 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

   
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Sexualkunde in Schulen

 

Schüler können demnächst Verhütungsmittel in den Schu­len bekommen, so das neue Sexualkunde-Gesetz. Die Schu­len sind durch das Gesetz jedoch nicht dazu verpflichtet, sondern können entscheiden, ob und an wen sie Verhütungs­mittel abgeben.
Der Gesetzentwurf der Re­gierungspartei PS sah vor, dass die Schulen „den Schülern den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln, für die kein ärzt­liches Rezept nötig ist, zusi­chern“. Doch nach der Polemik, zu der der Gesetzentwurf führ­te, wurde diese Vorgabe geändert. Nun ist eine Zusammenarbeit mit den lokalen Centros de Saúde Pflicht.
Laut dem PS-Abgeordneten Pedro Nuno Santos soll es den Schulen möglich sein „je nach Fall zu handeln“. Ziel sei es, einen „Konsens in der Ge­sell­schaft“ zu finden. Doch nicht einmal im Parlament führte das Gesetz zu Einigkeit. Alle anderen Parteien stimmten dagegen. Das Gesetz sei zu zwie­spältig. Für die Linksparteien ist es noch zu konservativ, während die Rechtsparteien sagen, dass die Verteilung von Kondomen nicht zu den Aufgaben der Schule gehört.
Das neue Gesetz wird mit Beginn des neuen Schuljahrs in Kraft treten. Die Schulen werden jedoch noch ein Jahr Zeit haben, um die notwendigen Unterstützungseinrichtungen zu schaffen. Ab 2010 sollen diese Beratungsstellen zwei halbe Ta­ge pro Woche für die Ratsuch­enden geöffnet sein.
Schüler von der 5. bis zur 9. Klasse sollen pro Jahr mindes­tens sechs Stunden Sexual­kunde haben, ab der 10. Klasse 12 Stunden.

   
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Wirtschaft Recht

 
Risikoabwägung

 
Für Verbraucherkredite in Höhe zwischen € 200 und € 75.000 gelten ab 1. Juli neue Regelungen, die weiter reichen als dies die Staatsbank (Banco de Portugal) gefordert hatte (s. ESA 4/09). Die Information über die Kreditbedingungen vor Abschluss eines Vertrages muss so ausgeweitet werden, dass der Kreditnehmer in jedem Punkt klare Ver­gleichs­­möglichkeiten mit Angeboten anderer Kreditinstitute erhält. Die Werbung für Darlehen muss sprachlich eindeutig verfasst sein. Die Möglichkeit, einen Kredit­­vertrag zu kündigen, wird von 7 auf 14 Tage verlängert. Kredit gebende Ban­­ken ihrerseits haben nun die Pflicht, vor Vertragsschlie­ßung Auskunft über die Bonität der Kunden bei der Central de Riscos de Crédito der Staatsbank (ähnelt der deutschen Schufa) einzuholen.
   
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Preisbewusst

 
Immer mehr portugiesische Konsumenten kaufen ihre Lebensmittel bei Discountern. Die „hard discount“-Läden sind durch besonders starke Einschränkung im Warensortiment auf weniger als 1.500 Produkte gekennzeichnet und verzichten zugunsten eigener Handelsmarken weitgehend auf Mar­kenprodukte.
Noch vor Kurzem galten solche Läden als „Armen-Konsum“, mittlerweile gehört die Sparte zu den Gewinnern des Kaufkraftschwundes in der gesamten portugiesischen Gesell­schaft. In einer Umfrage der Verbraucherkreditbank Cetelem bekannten 93 %, sie sähen „in den Billigläden eine intelligente Einkaufsmöglichkeit“. Europa­weit gelten Spanien und Polen als die Länder mit der geringsten Beliebtheit der Lebensmittel-Discounter.
   
d