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Meldungen 08/10
Aktuell
Wohn-Lizenz
0810meaktuell.jpgDie Konfrontation zwischen Behörden und Eigentümern von Ferienwohnungen könnte in eine neue Runde gehen (s. ESA 4/06; 5/07; 3/08 u 11/08).
Anfang 2006 hatte die Regierung die Registrierung von privat vermieteten Ferienbetten angeordnet. 300.000 illegale Unter­künfte soll es da­mals ge­ge­ben haben, doch trotz ver­schärfter Bestimmun­gen soll die Zahl seither ge­wachsen sein. Das liege daran, dass in Krisenzeiten für einen klei­nen Nebenverdienst auch Be­reiche vermietet werden, die nicht als Wohnraum taugen, etwa Keller, Garagen oder Gartenlauben. Die Behörden erinnern daran, dass für die Unterkünfte Lizenzen und Versicherungsschutz für Mieter und Vermieter vorlie­gen müs­sen und besondere bau- und feuerpolizeiliche Auf­lagen ge­macht werden.
Das Wirtschaftsprüfungs­amt ASAE erklärte, 70 % der Immobilien seien ordnungsgemäß ausgestattet und ge­meldet, „schwarze Schafe dürfen aber nicht billig davon kommen, denn wer die Re­geln einhält, hat Kosten und zahlt Steuern“. Die entspre­chenden Verordnungen exis­tierten zwar schon seit 1997, respektive seit 2002, doch hatte sich keine Behörde um die Praxis gekümmert, die sich als schwer durchführbar erwies. In der Folge gab es verschiedene Vereinfachungen der Melde-Prozedur. (Info bei den Gemeindeverwaltungen Junta de Freguesia und www.turismodeportugal.pt)

Foto: Sandra A.

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Land & Leute
Eine Region für alle
0810melleute.jpgDie Tourismusbehörde der Algarve ERTA will das touristische Angebot für Per­sonen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit in der Region erweitern. Diesbezüglich forderte ERTA die 16 Rathäuser der Algarve da­zu auf, eine Studie mitzufinanzieren, anhand der eine Bestandsaufnahme des aktuel­len Angebotes erstellt wer­den soll. Dazu zählen nicht nur Unterkunftsmög­lichkei­ten, sondern auch der Zugang zu Behörden und anderen öffent­lichen Einrichtungen oder barriere­freie Wege innerhalb der Städte.
Bereits seit Mai 1997 sieht Portugals Gesetzgebung Vor­schriften bezüglich Parkplät­zen, WCs und Rampen an Stränden vor, sowie eine hindernisfreie Bauweise in den Städten. Im Jahr 2003 wurde das Projekt „Praia Acessível para todos“ ins Leben geru­fen. Ziel war es, Strände für gehbehinderte Menschen zu­gänglich zu ma­chen (s. ESA 7/06). Dieses Jahr stehen auf der Liste „Strände für alle“ 41 Strände der Algarve, davon sind 25 mit speziell fahrbaren Untersätzen ausgestattet, die den Zugang zum Wasser si­chern. 2003 star­tete auch das Ver­kehrs­netz zur Fortbewegung aller, welches einen barrierenfreien Bau vorsieht.
Trotz allem muss vieles noch gemacht werden (s. ESA 12/09). Deshalb hofft die Tou­rismusbehörde der Algarve, dass sich die Câmaras dieser Initiative anschließen und weist darauf hin, dass 37 % der Weltbe­völ­kerung an einer Behinderung leidet oder be­sondere Bedürf­nisse hat.

Foto: Anabela Gaspar
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Bioblitz Alvor
Im Rahmen des Internatio­nalen Jahres der biologischen Vielfalt findet vom 4.9. - 5.9. in der Ria de Alvor das Bioblitz Alvor 2010 statt. Laut der Organisation handelt es sich um „eine wissenschaftliche Mission, einen Aufruf für die Um­welt, einen Unterricht unter freien Himmel und ein Festival“. Ein 24-Stunden Marathon, bei dem eine Bestandsaufnah­me der in der Ria de Alvor vor­kommen­den Flora und Fauna von Wissenschaftlern durchgeführt wird, und alle Interes­sierten teilnehmen können. Pa­rallel zur Recherche werden
Vor­träge, Ausstellungen und Work­shops zum The­ma biologi­sche Vielfalt stattfin­den, sowie zur Bedeutung der Organismen im Schutz der Lebensräume.
Weitere Info hier
Anmeldungen: Tel. 289 800 929 oder E-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
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 Kunst & Kultur
Doppelausstellung

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Ab dem 14.8. läuft in der Galeria Santo António in Monchique eine Doppel­aus­stellung der Künstlerinnen Vera Christians und Jean Brown
.
Vera Christians studierte zunächst Kunstgeschichte und Literatur in München. Nachdem sie 1985 Portugal als Wahlheimat wählte, verlegte sie sich ab Beginn der 90er-Jahre auf die aktive Kunst. Nach dem Besuch mehrerer Kurse und Workshops in Aka­demien von Trier und Bad Rei­chenhall erregte sie gleich mit ihren ersten Ausstellungen Aufsehen. Ihre Lobster finden unglaublich viel Zuspruch, seien es kleinformatige Studien oder großformatige, ei­nen ganzen Raum beherr­schende Gemälde. In jedem Fall ist die Kraft, die aus ihnen strömt, gigantisch. Bei der Ausstellung in Monchique ist Vera Christians mit Werken zu ihrem maritimen Lieblingsthema vertreten.
Jean Brown besuchte die St. Johns Wood School of Art in Whitechapel, London und spezialisierte sich schon früh auf Bildhauerei und klassische Bronzefiguren, die sie auch persönlich gießt. In weiteren Kursen studierte Jean Brown Anatomie und Aktmalerei, und diese intensive Beschäftigung mit dem Rhythmus in der Bewegung des mensch­lichen Körpers resultierte im­mer mehr in einer meisterhaf­ten Ausgestaltung ihrer Skulp­turen. 1994 zog sie in die Algarve und betreibt seither in Aljezur die wohl ein­zi­ge Bronzegießerei der Algar­ve, wo natürlich auch ihre eigenen Figuren entstehen, allesamt geprägt von einer zauberhaften Anmut und Schön­heit.
Vernissage: 14.8. ab 21 h, mit live-Musik. Die Ausstellung läuft bis 12.9.; Di - Fr 11 h -16 h, So 12 h - 16 h, Tel. 281 913 130 / Mob. 925 004 051

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Lissabon
Letzte Ruhe

0810melis.jpgDie Asche des im Juni 87-jährig verstorbenen Schriftstel­lers und Literatur-Nobelpreis­trägers José Saramago (s. ESA 7/10) wird seinem Wunsch folgend im Park am Campo das Cebolas im Schatten eines hundertjährigen Olivenbaumes aus Saramagos Heimatort Azinhaga in der Provinz Ribatejo beigesetzt. Der kleine Garten liegt der Casa dos Bicos gegenüber, dem künftigen Sitz der nach Saramago benannten Stiftung. Neben dem Baum wird eine Bank stehen, als Stätte der Besinnung und Ort, an dem Lesungen aus Saramagos Wer­ken stattfinden sollen. Der Gedenkstein aus dem Schmuck­stein-Ort Pêro Pinheiro bei Sintra wird ein Zitat aus Saramagos Werk Memorial do Convento (dt. „Das Memorial“) tragen: „Mas não subiu para as estrelas, se à terra pertencia“ („Er ist nicht zu den Sternen aufge­stie­gen, wenn er zu dieser Erde gehörte“).
Saramagos portugiesischer Verleger Zeferino Coelho erklärte, der Autor habe bis zu seinem Tode an einem neuen Buch gearbeitet und „etwa 20 Seiten vollendet“. Wie und wann das Fragment gemeinsam mit anderen unveröffentlichten Texten den Lesern zu­gänglich gemacht wird, soll bald entschieden werden.


Foto: Henrietta Bilawer

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 Gesundheit
 Strand-SOS
0810megesund.jpgBis zum 15.9. stehen Bade­gästen an der Algarveküste 32 Notfall-Stationen an Stränden zur Verfügung. Ziel ist es, gleich vor Ort kleinere Weh-wehchen behandeln zu können und im Notfall den Erkrankten in eines der drei Krankenhäuser (Faro, Portimão und Lagos) ein­zuliefern. Somit entlasten die Hilfe-Stellen auch das Ge­sundheitssystem, wo Leichtverletzte lange warten müssten, da die Krankenhäuser nach dem Manchester-Triage-System arbeiten. Die Erste-Hil­fe-Stationen sind dieses Jahr auch mit dem Notarztdienst INEM verbunden und werden täglich zwischen 10 h - 20 h besetzt sein.
Zudem gibt es eine Verstär­kung in den örtlichen Poliklini­ken, den Centros de Saúde, die eine Notaufnahme haben. Ge­naue Daten zu wo und wann hier
Die Anzahl der Behandlungen an solchen Erste-Hilfe-Sta­tionen hat seit deren Einfüh­rung im Jahr 2006 stetig zuge­nommen. Letzten Sommer wur­den zwischen Juli und September 35.000 Patienten betreut. Schnittwunden durch
zerbrochene Muscheln oder Scherben, Schürfungen, Prellungen, verstauchte Gelenke, Petersfisch-, Quallen- oder Insekten-Stiche, Sonnenbrand und Hitzeschlag sind einige der meist auftretenden Vorfälle.
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Wirtschaft & Recht
Nationale Wege

EU-Mitgliedstaaten können ab diesem Monat für ihr Territorium ein Anbauverbot für genetisch veränderte Pflan­zen aussprechen, ohne dass die EU-Kommission dies ge­neh­migen muss. Die neue Re­gelung gilt nicht für den Import von Gen-Pflanzen. Das Votum der EU-Kommission „respektiere die Entscheidungsfreiheit der Bürger“, so ein Sprecher des portugiesischen Landwirt­schaftsministeriums. Sein Amt prüfe „sehr genau, was das für den nationalen landwirt­schaft­lichen Kurs bedeutet“. Seit 2005 ist in Portugal der Anbau von 17 Sorten Gen-Mais in „Koexistenz mit traditionellen Maiskulturen“ erlaubt. Einige Kommunen, darunter Lagos, legten den Behörden Anträge für ihre Äcker als „genmaisfreie Zone“ vor.
Die EU-Staaten erreichten bisher keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen eine generelle Genehmigung. Nun werde die EU-weite Zulassung einfacher, da genkritische Länder nicht mehr mit Nein stimmen müssten, wenn sie eine heimische Regelung treffen können.
Die EU werde allerdings weiter auf der Basis wissen­schaftlicher Erkenntnisse über Gefahren für Umwelt oder Ge­sundheit reglementieren. Ein ausführlicher, kritischer Film zu Gen-Mais des US-Konzerns Monsanto, den die EU-Lebensmittelbehörde EFSA als unbedenklich einstuft, ist hier zu sehen.

 
 Portugals Bonität
Die Rating-Agentur Moody’s Investors Service setzte Mitte Juli die Bonität Portugals um zwei Stufen von Note AA2 auf A1 herunter. An der Börse versprechen 10-jährige Portugal-Anleihen jetzt gut 5 % Rendite, deutsche Staatsanleihen zu den selben Konditionen, die mit der Bestnote AAA bewertet sind, bringen unter 3 % Zinsen.
Moo­dy’s benotete auch portugiesische Banken, da die zu erwar­tende mittelfristige Abschwä­chung der Finanzkraft des Lan­des auch an deren mangelhafter Performance liege, hieß es. Die Caixa Geral de
Depósitos
, Santander Totta, BES, BPI und die Espírito Santo Financial Group wurden um einen, Banco Comercial Português, Monte­pio Geral, BPN und Banif um zwei Ränge herabgestuft.
Moody-Analystin Maria-Jose Mori diagnostiziert „die redu­zierte Fähigkeit der Regie­rung, die Banken als systemrelevante Einrichtungen zu stützen“. Je weniger die Banken in der Lage seien, in Krisen aus eigener Kraft flexibel Maßnahmen zu ergrei­fen, desto höher die Abwertung. Die Banken Santan­der Tot­ta und Montepio Geral hätten lang­fristig die besten Perspekti­ven. Auch der Ausblick für Portu­gal insgesamt ist laut Moody’s „stabil“, mittelfristig sei keine weitere Abwertung wahrscheinlich. Die Bank Millennium BCP hat un­terdes­sen gegen ein Ge­rücht, die Bank stehe vor der Plei­te, An­zeige ge­gen Unbe­kannt erstattet. Die­se Verleumdung sei schon einmal 2008 von interes­sierter Seite verbreitet worden, sie ent­behre jeder Grundlage.