| ESA 12/02 |
| Castelo de Sonhos – Schloss aus Träume
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Erschöpft, aber glücklich
erreichten die beiden Alten São Marcos da Serra. Zu Fuß hatten sie
die rund 50 Kilometer von Ourique zurückgelegt. Am frühen, sehr
frühen Morgen, waren sie aufgebrochen. Ihr Ziel: "Loja do Amor", ihr Wunsch: Ein paar "neue" gebrauchte Kleider, eine wärmende Decke für den kommenden Winter.
Seit Juni gibt es in dem kleinen Ort nahe der IP1 diese Anlaufstelle
für die Ärmsten der Armen. Nach Silves nun der zweite Laden, wo sich
Hilfsbedürftige mit dem Nötigsten ausstatten können. So wie diese
Alten, die nichts weiter haben als die Erträge ihres Gartens und eine
monatliche Sozialhilfe von 35 (!) Euro.
Dass es die Sozialstationen überhaupt gibt, geht auf die private
Initiative einer einzelnen Frau zurück. Liliana Rodrigues begann 1998
mit dem "Loja do Bebe", weil sie es nicht ertrug, dass viele Familien
und vor allem blutjunge allein stehende Mütter nicht die
Mindestausstattung für ihre Kleinen besorgen konnten. Mit
Handzetteln und in Zeitungen rief sie dazu auf, abgelegte Kleidung und
Möbel bei ihr abzugeben. Die Räume bekam sie kostenfrei zur
Verfügung gestellt. Sie überredte die großen Supermärkte Modelo,
Continente und Lidl, an den Kassen-Ausgängen Sammelstellen für
Lebensmittel bereit zu stellen.
Immer mehr Menschen
kamen in ihren Laden, zunehmend auch Alte, Immigranten und andere an
den Rand der prosperierenden Gesellschaft gedrängte Menschen. "Loja do
Amor" war Dona Lilianas Antwort.
Liliana Rodrigues ist die erste
Frau Portugals, die Landwirtschaft studiert hat, allerdings in
Schweden. Seit sie berufich nicht mehr aktiv ist, engagiert sich die
59-jährige für sozial Benachteiligte. Vor vier Jahren nahm sie drei
Pflegekinder bei sich auf, die in ihren Familien keine Perspektive
mehr hatten. Für solche Kinder in familiärer Not und aus
Nachtarbeiter-Familien, wollte sie einen Rund-um-die-Uhr-Kindergarten
eröffnen. Alles stand bereit, das Hotel Garbe hatte ihr 35 Betten mit
kompletter Ausstattung gespendet, freiwillige Betreuer gab es in
ausreichender Zahl und auch die Räume hatte Dona Liliana schon
organisiert, da kam der abschlägige Bescheid von der Behörde.
Liliana Rodrigues lässt sich nicht entmutigen. Zwar sieht sie die
wachsende Not ihrer Klientel, aber sie bemerkt auch eine zunehmende
Hilfsbereitschaft der besser Situierten. Seit Juni diesen Jahres ist
sie endlich im Besitz der Urkunde, die ihre Vereinigung als IPSS
ausweist, als "Instituição Particular de Solidariedade Social", was
ungefähr der deutschen Gemeinnützigkeit entspricht. "Castelo de
Sonhos" hat sie diesen Verein genannt, der die Sozialläden und das
Projekt zur Förderung der Gesundheit und Erziehung von Kindern unter
einem Dach vereinigt. "Castelo de Sonhos – Schloss aus Träumen, weil
jeder Mensch einen Traum hat, und aus der Summe aller Träume ein
Schloss erwächst; ein Schloss, das Geborgenheit und Schutz gibt.
Stolz verweist die quirlige Frau auf die Bilanz ihrer Hilfe zwischen
2000 und Juni 2002. 833 Familien und 235 Kinder unter 13 Jahre nahmen
in diesem Zeitraum die Hilfe von Dona Lilianas Organisation in
Anspruch, 170 Familien hat sie eine komplette Wohnungseinrichtung
beschafft, mit 785 Betten und 33 Kleiderschränken konnte sie helfen,
von sechs auf 25 Freiwillige stieg die Zahl ihrer Helfer und 650
Bettlaken sowie 1.130 Bettdecken wurden in den "Lojas do Amor"
abgeholt. "Decken", mahnt sie, "Decken sind gerade jetzt ein großes
Problem. Wir haben immer zu wenig. Ich fange jetzt an, alte Röcke
auseinander zu schneiden, um daraus wärmende Decken zu nähen. Röcke
haben wir genug – aber Decken!". Der Winter ist auch in der Algarve kalt.
Liliana Rodrigues ist erst am Anfang ihrer Sozialarbeit. Sie weiß, es
gibt noch viel Leid zu lindern, noch viele Menschen brauchen ihre
Hilfe. "Schließe nicht die Augen, verschränke nicht deine Arme" steht
groß auf ihrem T-Shirt – das ist der Leitspruch des Castelos de Sonhos.
Je breiter die Unterstützung aus der Bevölkerung, desto größer sind
Dona Lilianas Chancen, dass auch die Bürokratie sich ihren Aufruf zu
eigen macht, dass die Behörden ihre Aktivitäten nicht mehr
administrativ behindern – wie beim Kindergarten –, sondern sie
wohlwollend unterstützen. Wer mit dieser Frau redet und die Energie spürt, die in ihr steckt, weiß, dass es nicht mehr lange dauern kann.
Aufruf
Der Österreichische Stammtisch und die "Aktion Lichtblicke" rufen die
Leserinnen und Leser der ESA auf, Liliana RodriÂgues und ihre
Freiwilligen tatkräftig zu unterstützen. Sie können dies durch
Sachspenden tun: Möbel, Küchengeräte, Kleidung, einfach alles kann
"Loja do Amor" gebrauchen – vor allem Decken. Sie können aber auch mit
Geldspenden helfen.
Wenn Sie anders helfen möchten, überweisen Sie an:
Editurismo,
Aktion Lichtblicke,
Stichwort: "Castelo"
Kto-Nr. 361 008 860 001.81,
Banco Espirito Santo, Lagoa.
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| ESA 10/02 |
| Hilfe für Isabel
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Die
"Aktion Lichblicke" spendete 1.000 Euro für die Gesundheit der
dreijährigen Isabel. Gaby Wagner, Schirmherrin der "Aktion Lichtblicke"
und Chefredakteurin der ESA, überreichte den Scheck der Großmutter des
Kindes
Isabel
ist mit schweren inneren Missbildungen auf die Welt gekommen. Ihr fehlt
eine Niere, sie hat keinen Darmausgang und ihr Mastdarm ist mit der
Vagina verwachsen.
Rein äußerlich ist Isabel ein ganz normales
Kind. Sie geht stundenweise in den Kindergarten, spielt mit den
anderen Kindern, tollt zu Hause mit ihrer Katze herum.
Was sie allerdings stark von den anderen Kindern unterscheidet, ist
ihre Krankengeschichte. Im Alter von zwei Monaten wurde Isabel zum
ersten Mal operiert; sie bekam einen künstÂlichen Darmausgang. Mit acht
Monaten brachte sie eine Vaginaloperation hinter sich, und zwei Monate
später musste die Kleine nochmals auf den Operationstisch, um die
Darmtätigkeit wieder herzustellen.
Damit das alles funktioniert, bekommt Isabel täglich eine ganze Batterie Medikamente und Reinigungsklistiere.
Für die Erziehung
und die medizinische Pflege des Kindes ist die Großmutter der Kleinen
verantwortlich. Das Vormundschaftsgericht übertrug Dona Maria Lopes
diese Aufgabe, weil deren Tochter, die leibliche Mutter von Isabel,
aufgrund eigener Krankheit nicht dazu in der Lage ist.
Bisher
unterstützte die andere Tochter von Maria Lopes sie noch bei der
medizinischen Versorgung der Kleinen. Doch die hat mittlerweile die
elterliche Wohnung verlassen.
Maria Lopes ist nun allein verantwortlich. Während ihr Ehemann
arbeitet, kümmert sie sich rund um die Uhr um die Betreuung des Kindes.
Ihre eigene Berufstätigkeit musste sie aufgeben. Jetzt hat die
Familie nur noch ein Einkommen zur Verfügung, aber steigende Kosten
für Medikamente, Windeln und Ernährung. Dreimal im Monat müssen Oma
und Enkelin ins Hospital nach Lissabon fahren – zur Untersuchung und
um Arzneien zu kaufen. Allein das kostet die Familie mehr als 100 Euro.
Mindestens acht Windeln benötigt Isabel täglich und ihre Ernährung
besteht ausschließlich aus Sojaprodukten aus dem Reformhaus. Gut 450
Euro bringen die Lopes jeden Monat für ihre Enkelin auf; sehr viel Geld
für eine Familie, die in einer städtischen Sozialwohnung leben muss.
Die "Aktion Lichtblicke"
möchte Isabel auch weiterhin helfen. Gedacht ist an eine fachärztliche
Untersuchung in Deutschland und eine eventuelle Operation durch
Spezialisten, die sich im Ausland leichter finden lassen.
Wir bitten deshalb alle Leser und Leserinnen, die "Aktion Lichtblicke" zu unterstützen. Wir berichten weiter.
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| ESA 3/02 |
| Malerin spendete für Lichtblicke
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Die junge Deutsch-Brasilianerin und Malerin Heidi Holtschlag "Haidji" stellt immer wieder erfolgreich in der Algarve aus.
Nach zwei Präsentationen ihrer Bilder in Olhão und
im Algarve-Shopping, ging im Februar ihre Ausstellung in der Galeria
Samora Barros im Zentrum Albufeiras zu Ende. Trotz der ungünstigen
Jahreszeit kamen zahlreiche Kunstliebhaber zu der Ausstellung
"Impressionen". Vier Besucher kauften Werke der Künstlerin. ESA hatte
die Ausstellung präsentiert. (Siehe ESA 11/01)
450 Euro spendete
Haidji der Aktion Lichtblicke. Damit hatte sie ihr ursprüngliches
Angebot noch aufgerundet. Am 14. Februar übergab sie den Scheck
der "Lichtblicke"-Initiatorin und ESA-Chefredakteurin Gaby Wagner. Die
Aktion Lichtblicke ist ein Projekt des Verlages der "Entdecken Sie
Algarve" zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familien in der Algarve.
Diejenigen, die ihre Kunstfertigkeit in der Kreide- und Aquarelltechnik
verfeinern wollen, lädt Haidji zu wöchentlichen Workshops ein. Dazu
gehören Kurztripps in "bildhafte" Städte und Regionen. Geübt werden
fachbezogene Darstellungen und Gestaltung in der Malkunst. Bei schönem
Wetter finden die Kunstausflüge immer donnerstags "open air" statt. Die
Inspirationskulisse in diesem Monat ist die Altstadt von Faro. Auch
erfahrene Maler sind zu den bunten Tripps gern willkommen. Weitere
Infos gibt die Künstlerin per Telefon 96 5524849.
Haidji Holtschlag (links) und Gaby Wagner während der Scheckübergabe in der ESA-Redaktion
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| ESA 2/02 |
| Kekse für 397 Euro
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79.500 Escudos kamen zusammen, als
Rita Belo-Strauf während des Österreicher-Stammtisches und des
ESA-Jahrestreffens selbstgebackene Kekse verkaufte. Die Österreicherin
hatte gemeinsam mit anderen Landsleuten, die in der Algarve leben,
diese Idee kurzfristig umgesetzt, um die Aktion Lichtblicke zu
unterstützen. Über 50 Teller mit frischem Gebäck hatte sie so
verkauft – und die Einnahmen an ESA-Herausgeber Wieland Wagner
übergeben.
Engagierte österreichische Bäcker (v.l.): Maria Luise Kirisits, Rita Belo-Strauf, Wolfgang Kirisits, Fini Gradischnig
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| Hardy feierte mit Heimkindern
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Vom Staat bekommen wir nur finanzielle
Zuschüsse für´s Essen", sagt Heimpsychologin Marise Bosse. Die
24-Jährige kümmert sich um die 30 Kinder, von denen die meisten Waisen
sind. Das Heim bei Alvor ist von Spenden abhängig.
Hardy Gauer, Besitzer des "RoundUp-Saloon" in Carvoeiro, spendierte den Kids einen Nachmittag in seiner Bar.
Luftschlangen, Getränke und Snacks waren längst nicht alles, was er
ihnen bot: Feuerwehrleute unterhielten die Kinder; Kalulu und
Gitarrist Dave spielten live Musik. Unbestrittener Hit für die
meisten Kinder war aber, von Cowboy Hardy oder vom großen Wim auf den
Arm genommen zu werden.
Spenden für das Kinderheim sind über die
"Aktion Lichtblicke", ins Leben gerufen von der ESA, möglich, oder
auch direkt: Telefon 282 459201. |
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