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Lichtblicke 03
ESA 11/03
Hilfe dauert

Nachdem der Schock über die Vernichtung durch die Waldbrände halbwegs überwunden ist, hat der Wiederaufbau begonnen. Das wird Monate dauern, und dann tritt der Zeitpunkt ein, da Hilfe besonders gefragt ist

Was rund um Porca Preta in den letzten Wochen ablief, ist ergreifend. Viele Menschen kamen her, ihre Autos hatten sie vollgepackt mit Kleidungsstücken. Auch Kühlschränke, Betten, Sofas schleppten sie herbei. Andere, Touristen, gaben am Tag der Abreise ihren vollgepackten Koffer ab: "Nehmt's, wir hoffen, es hilft!"

Alle hatten im Angesicht der über die Horizonte hinaus reichenden abgefackelten Wälder begriffen, dass etwas Furchterregendes geschehen war. Es hat Menschen um ihre Existenz gebracht und die Tierwelt weit gehend ausgerottet. Zahllose Korkeichen sind vernichtet. Immerhin keimt schon neues Leben aus vielen Bäumen. Das frischgrüne, büschelhafte Geäst wirkt trotzig vor dem aschenschwarzen Hintergrund, dessen Anblick sich in unsere Erinnerung einbrannte.
Bei jeder Hilfeleistung gibt es zwei Seiten: Die gebende und die nehmende. Die nehmen könnten und sollten, nämlich bettelarme alte Leute in ihren abgebrannten Häusern, suchen keine Hilfe. Stolz und Scheu stehen im Weg. Aus einer Erhebung des Sozialamts Monchique sind Namen und Adressen der Opfer und ihre materiellen Verhältnisse bekannt. Trotzdem ma­chen wir uns ein eigenes Bild. Wir besuchen sie und stellen bei dieser Gelegenheit fest, was gebraucht wird. Eine sensible Angelegenheit. Zu unserer Mitarbeiterin Antonieta haben die Leute glücklicherweise so viel Vertrauen, dass dieses Unternehmen gelingt.

al1103samm.jpgAllein im Kreis Monchique sind nach offiziellen Angaben 50 Häuser abgebrannt, aber es sind wohl weit mehr. Der Wiederaufbau hat begonnen. Mindestens ein halbes Jahr wird das dauern. Dann tritt der Zeitpunkt ein, da Hilfe besonders gefragt ist. Das Dach überm Kopf ist nur eine schützende Hülle, darunter steht weder eine Spüle, noch rattert ein Kühlschrank. Die Konsequenz heißt also: Weiterhin Hilfsgüter sammeln. Da sind besonders Hausrat und Möbel gefragt. In der Gemeindehalle von Alferce, die als Lagerraum dient, wird alles gesammelt und verwahrt. Die Hilfsgüter werden dann mit dem Kleinlaster in die Häuser der Betroffenen transportiert – aber auch bei Spendern abgeholt.

Bei der ESA wie bei Porca Preta sind auch Geldspenden stets willkommen. Alles geht auf das Sonderkonto der "Aktion Lichtblicke", Stichwort "Fogos". Das Geld wird nicht an einzelne Leute verteilt, sondern individuelle Maßnahmen gefördert. So konnte etwa ein verbranntes Badezimmer wieder aufgebaut und die Handwerker bezahlt werden. Eine exakte Buchführung (Rosa Maria Lopes von der ESA ist zuständig) belegt die Einnahmen und Aus­gaben.

Hilfe leisten und Hilfe akzeptieren. Bitte helfen Sie mit, dass weiterhin der Wind kraftvoll in diese Aktion bläst. Beispielweise so: Ein Paar aus Alcalar sammelte Güter in der Nach­barschaft. Einen Campingbus luden sie bis zum oberen Rand voll. Andere veranstalteten ein Sammelfest und überwiesen einen erheblichen Betrag. Es gibt deren Beispiele viele. Bravo! Und herzlichen Dank im Namen der Be­troffenen!

Text und Fotos: Rolf Osang

ESA 10/03
Die Kunst, zu helfen!
Die Galeria Porca Preta in der Serra de Monchique wurde zur Anlaufstelle für Helfer und Hilfesuchende. Galerist Rolf Osang sammelt mit Unterstützung der ESA-Aktion "Lichtblicke" für die Brandopfer

Die Gluthitze ist vorbei. Weicher wird das Licht und mildert die Spuren der grauenvollen Kette von Feuersbrünsten in und rund um die Serra de Monchique; auch in der Galeria Porca Preta sollte in diesem Monat die behaglichere Jahreszeit eingeläutet werden – mit einem internationalen Kunstmarkt. Und mit einer Tombola, deren Erlös vielen Feueropfern zugute kommt. Doch nun, nach den wiederholt aufflammenden Bränden, ist alles anders. Ent­schieden wurde – aufgescho­ben ist nicht aufgehoben. Der Kunstmarkt wird stattfinden, die Tombola ebenfalls, jedoch erst im November.
Bis dahin wird die Galeria Porca Preta zum Lager, zu einem Lager für Hilfsgüter, das sich hoffentlich bald reichlich füllen wird – aber nicht mit Kunst, sondern mit Dingen, die von der Kunst des Helfens zeugen.
In der Galeria Porca Preta wird alles gesammelt, was geeignet ist, den vom Schicksal gebeutelten Menschen in der Algarve zu helfen. Hausrat, Küchengeräte wie Kühlschränke oder ein Herd, Geschirr, Klei­dung, Möbel, Bettzeug und Matratzen – dort, wo sonst Gemälde und Skulpturen den Betrachter er­freuen werden hoffentlich bald viele Opfer der Flammen den einen oder anderen Gegen­stand finden, der den schweren Alltag erleich­tern hilft.

Viele Menschen haben durch die Wald­brän­de der vergangenen Monate ihre Habe verloren. Am 12. September verteidigten auch die zwei einzigen Bewohner ihr Porca-Preta-Dörf­chen mit allen Kräften. Stundenlang rückten die Flammen aus drei Richtungen heran. Pferde, Ziege, Esel, Enten, Katzen und Hunde wurden freigelassen, nach dem Inferno kehrten sie alle unversehrt zurück. Am Dörfchen selbst ist kein Schaden entstanden.
Doch selbst diejenigen, deren Haus wundersam verschont blieb, erlitten Wunden, die die Zeit nur sehr langsam heilen kann. Denn auch, wenn sich das Land und der eigene Lebens­raum verändern, fällt das Weitermachen schwer. Die Serra ist keine grüne mehr. Schwarz, als wäre sie vom Mond ausgestanzt, sieht das apokalyptische Szenario aus, die Natur wurde von Aljezur bis Bensafrim, von Marmelete bis Casais und hinüber nach Monchique geschunden, weiter nach Alferce, São Marcos, ja, bis hoch nach Odemira.
Diejenigen, die den Kampf gegen die Flam­men verloren haben, brauchen jetzt nicht nur moralische Unterstüt­zung. Daher hat die Galeria Porca Preta in Zusammenarbeit mit der ESA-Aktion "Lichtblicke" und mit Unterstützung des deutschen Honorarkonsuls Michael Bach spontan den Entschluss gefasst zu helfen.

Auch Sie können sich beteiligen. Wer etwas hat, womit den Feueropfern ge­hol­fen werden kann, der bringe es bitte direkt nach Mon­chique in die Galeria Porca Preta oder in die Redaktion der ESA – wir leiten alles weiter. Größere Gerätschaften oder Möbel können abgeholt werden. Rolf Osang und die "Aktion Lichtblicke" organi­sieren die Weiterleitung der Spenden – privat und persönlich und nur an wirklich zu Schaden Gekommene. Tatkräftiger Einsatz kommt dazu von Luí­s Bebiano, Gemein­de­bür­ger­meis­ter von Alferce: Der hilfsbereite Politiker übernahm die Koordination mit Be­troffenen in den Kreisen Aljezur, Lagos, Silves, Porti­mão und Odemira.
Geldspenden werden nicht in bar an die Ge­schädigten abgegeben. Eine Liste wird ge­führt, in der sich Bedürftige mit Namen und Wün­schen eintragen können. Rolf Osang bzw. die ESA werden dann den Einkauf organisieren.

Hilfe für Isabel

1003lbgaby.jpgIsabel, das kleine Sor­gen­kind aus Lagoa (s. auch ESA 2/03) hat alle Operationen gut überstanden, braucht aber noch teure, me­di­zini­sche Nachsorge.

Dazu muss sie mit ihrer Oma, die für sie sorgt, wöchentlich in die Klinik nach Évora fah­ren. Damit der Weg nicht so be­schwerlich ist, hat ein gutherziger Por­tu­giese, Leh­rer in Alvor, sei­nen Kleinwagen an die bedürf­tige Familie verschenkt. Der Spender möch­­te nicht genannt werden. Auch TÜV und Versicherungen sind gleich noch bis zur kommenden Jahresmitte bezahlt worden.

Gaby Wagner, Schirmherrin der "Aktion Lichtblicke" (re.) und Isabels Oma, Maria José

ESA 9/03
Kunst in Flammen
903lbflamme.jpgDie verheerenden Waldbrände haben viele Menschen um ihre Existenz gebracht. Auch der Kunstbetrieb in der Algarve wurde beeinträchtigt. Flammen verschlangen ein Künstleratelier und zerstörten Gemälde für eine Ausstellung

Für Anfang September war bei der Galeria Porca Preta eine Vernissage mit dem por­tugiesi­schen Künstler Miguel Santos vorgesehen.Er lebt wechselweise in Portugal und Lü­beck. Zur Vorbereitung der Einzelausstellung bei Porca Preta hielt er sich seit Mai in seinem Landhaus zwischen Sintra und Ericeira auf. Ein heisser und arbeitsreicher Sommer stand an. Am 12. August brach in der Nähe seines Hauses ein Feuer aus. Starke Böen aus Südwest trieben die Flammen in Windeseile voran, ähnlich wie wir es in der Algarve am Südhang der Serra de Monchique und bei Silves mitansehen mussten. Miguel Santos und die Nachbarn aus seinem Dörfchen flohen in den nächsten großen Ort, Pero Pinheiro, um dort zu bezeugen, wie eines ihrer alten Häuser nach dem anderen den Flammen zum Opfer fiel.
Erst eine Stunde später war der Brand ge­löscht, und als Miguel und seine Nachbarn nach Hause eilten, fanden sie ein Inferno vor. Die Mauern standen. Vom Inhalt der Häuser blieben indes nur verkohlte Reste von dem übrig, was die Flammen nicht hatten vertilgen können. Geradezu nichtig wirkt, dass auch Miguels Gemälde verbrannt waren. Die geplan­te Aus­stellung wird damit hinfällig.
Die aktuelle und viel gelobte Aus­stellung von Manus Hüller wird nun um fünf Wochen verlängert. Dann wird Platz gemacht für den "Kunstmarkt Porca Preta", der Anfang Oktober beginnt und bis Mitte Dezember dauert (siehe ESA 08/03). Zahlreiche Künstler haben sich für diese einzigartige Aktion schon angemeldet, jeden Tag kommen weitere hinzu.

Zweimal im Monat wird bei diesem Kunst­markt eine neue Session mit einem Ver­nissage-Fest eröffnet. Jeweils fünf Künstler werden dabei auftreten und ihre Werke vor­stellen. "Entdecken Sie Algarve" hat die Schirmherr­schaft über diese Aktion übernommen und wird ausführlich darüber berichten. Beim Kunstmarkt ist mit jedem Verkauf auch eine Spende für die vom Verlag Editurismo ins Leben gerufene "Aktion Lichtblicke" fällig. ESA-Chefredakteurin Gaby Wagner wird die Spenden an Familien verteilen, die von den Waldbränden besonders hart betroffen wurden.

Rolf Osang
ESA 4/03
"Castelo de Sonhos" – Die mühsame Gestaltung von Träumen

Die engagierte Liliana Ro­dri­gues steht hinter dem Tresen ihrer "Loja do Amor" und lächelt freundlich, während sie sich unterhält. Doch in Gedan­ken ist sie schon bei einem weiteren Projekt: die 59-jährige hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Kindern aus sozial be­nach­teiligten Familien zu helfen. Die Sorge um eine menschenwürdige Kindheit be­ginnt bei den Eltern. Eine der von Liliana betreuten Mütter ist Filomena. Die erst 28-jährige ist verwitwet und hat vier Kin­der. Jahrelange armutsbedingte Mangeler­nä­hrung hat bei Filomena zur Zerstörung sämt­licher Zähne geführt. Lange traute sich Filo­mena kaum unter Menschen, verbarg beim Sprechen den Mund hinter der Hand, unterdrückte das in ihrem Leben ohnehin selten gewordene Lachen. Doch nun ist sie kaum wiederzuerkennen: Durch die Vermittlung von Dona Liliana und mit einer Geldspende der ESA-Aktion "Lichtblicke" erhielt die junge Frau eine Prothese. Nun strahlt sie wieder, schließlich hat ihr neues Äußeres geholfen: Sie macht nun eine Ausbildung als Gärtnerin und hat dabei gute Berufssaussichten für die Zukunft. Der er­ste Schritt in die Unabhängigkeit von staatlicher wie privater Hilfe ist getan, Filomena wird sich und ihre Kinder selbst versorgen können.

Bei unserem Besuch zeigt Dona Liliana, dass im "Castelo de Sonhos" im Centro Comercial Arcadas in Silves viel gestaltet wurde, seit sie das "Schloss aus Träumen" vor fünf Jahren aufgebaut hat (siehe ESA 12/02). Einen der Läden hat ein Freund mietfrei zur Verfügung gestellt. In einem Schrank liegen Lebensmittel bereit: Nudeln, Reis, konservierte Babynahrung. Nebenan gibt es gespendete Spiel- und Lernsachen, akribisch nach Altersstufen geordnet, sodass jeder Empfänger sinnvoll Anwendbares erhält. Daneben gibt es Er­s­t­ausstattungen für Babys: Vom ersten tragbaren Bettchen über Windeln und Strampler bis zum Schnuller und einem Kuscheltier. Sobald der neue Erdenbürger da ist, wird alles ins Krankenhaus gebracht. Auch für die Mutter gibt es Hygieneartikel.
Liliana Rodrigues möchte einen 24-Stunden-Kindergarten einrichten. In der Region gibt es viele arme Familien, die sich keinen Kinder­gartenplatz leisten und wegen der Kinder­betreuung dann keine Arbeitsstelle finden. Wären die Kleinen rund um die Uhr betreut, könnten die oft allein erziehenden Eltern uneingeschränkt arbeiten. Dona Liliana hat bereits Möbelspenden bekommen, freiwillige Fachkräfte stehen bereit. Auch der Trägerverein wurde registriert, dennoch fehlt das letzte büro­kratische Einverständnis.

Dona Liliana klagt über die Blockade­politik der Behörden. Obgleich das "Castelo de Sonhos" schon vom Arbeitsamt als Praktikum­stelle für angehende Soziologen und Psycho­logen anerkannt wurde, mauert das örtliche Sozial­amt: Sobald ein Bedürftiger in das Hilfssystem des "Castelo de Sonhos" integriert ist, läuft er Gefahr, von der Sozialhilfe keine Unterstützung mehr zu bekommen. Diese krude Logik, private Hilfe nicht als Unterstützung sondern als Einmischung in die Angelegenheiten der staatlichen Wohlfahrt anzusehen, wollte der ESA gegenüber kein Mitarbeiter des Sozial­amtes kommentieren. Liliana Rodrigues lässt sich aber ebenso wenig entmutigen, wie ihre freiwilligen Mitarbeiter, Portugiesen und andere Landsleute. Und da das "Castelo de Sonhos" weit über die Stadtgrenzen von Silves hinaus bekannt wurde, erhält sie täglich neue Bitten um Hilfe aus der ganzen Algarve, wo abseits des glitzernden Touristenflairs sehr viele Menschen unterhalb des Existenzminimums leben.

403lbliliana.jpgSpende unter Stichwort "Castelo de Sonhos"
gerne an die "Aktion Lichtblicke", Konto-Nr.: 361/00886/001.8, Banco Espí­rito Santo, Lagoa; Kontoinhaber Editurismo (ESA)

 

 


Dona Liliana in der "Loja do Bebé"

ESA 2/03
Kunst-Auktion für "Aktion Lichtblicke"

Im vergangenen Jahr konnte die von uns ins Leben gerufene "Aktion Lichtblicke" viele Men­schen in Not unterstützen – Dank Ihrer Hilfe!
An unseren Aktionen für Hilfe bedürftige Men­schen in der Algarve beteiligten sich auch Kunst­schaffende. Viele dieser sozial engagier­ten Künst­ler haben wir Ihnen in der ESA bereits vor­gestellt. Unter anderem stifteten Herman Reichold, Tanja Podvalej und Dietrich Bartscht der "Aktion Lichtblicke" einige ihrer Kunstwer­ke, damit wir sie meistbietend an Kunstinteres­sierte und hilfswillige Menschen veräußern können.
Drei dieser Werke bieten wir Ihnen nun zum Kauf an. Wenn Sie Interesse an einem dieser Objekte haben, melden Sie sich einfach bei uns in der Redaktion. Sie können die Exponate in un­seren Redaktionsräumen auch in Augen­schein nehmen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen gern mit weiteren Information zur Verfü­gung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

203lbbartsch.jpgDietrich Bartscht
Bartscht ist der wohl inter­national renommier­teste Künstler dieser Auktion. Anlässlich seiner überaus erfolg­reichen Ausstellung im Oktober letzten Jahres (ESA 10/02) schenkte Dietrich Bartscht der "Aktion Lichtblicke" zehn seiner Monotypien – Original und handnummeriert. Echte Raritäten, die kein wahrer Sammler seinem Bestand
vor­enthalten sollten. Der Startpreis
für die Bartschts Drucke liegt bei 120 Euro.

203lbgalo.jpgHerman Reichold
Die Bilder des 41-jährigen Paderborners hängen unter anderem beim Papst und bei dem CDU-Politiker Wolfgang Schäuble. Für den guten Zweck stiftete Reichold den Porto-Gallo, ein Bild, das er extra für seine Portugal-Ausstellung gemalt hat (ESA 07/01). Der Einstiegspreis des farben­frohen Ölbildes aus Reicholds LebensArt-Reihe liegt bei 800 Euro (offizieller Verkaufspreis 1.250 Euro).



203lbtanja.jpgTanja Podvalej
Die junge Künstlerin aus Essen lässt dem Betrachter ihrer Werke viel Platz für eigene Imaginationen. Für unsere wohltätige Auktion stellte sie ein großformatiges Werk in Mischtechnik zur Verfügung. In mehreren Lagen bringt Podvalej eine spezielle Spachtel­masse auf die Leinwand, die sie mit Öl- und Acrylfarben mischt. Die Auktion für Podvalejs Bild "Ohne Titel" beginnt bei 750 Euro (offizieller Verkaufspreis: 1.100 Euro).

d
ESA 1/03
Isabels Glück im Unglück
Ein Kind mit einer seltenen Krankheit kostet die betroffene Familie im Schnitt 750 Euro pro Monat, so Paula Costa, die sich als Vorsitzende der Organisation "Rarí­ssima" um Fälle wie den von Isabel kümmert (siehe ESA 10/02). 6.000 bis 7.000 seltene Krankheiten sind bekannt; die finanziellen Aufwendungen für Pflege und medizinische Versorgung können aber kaum gemessen werden, die Angehörigen leiden zudem unter seelischem und nervlichem Stress. In Portugal gibt es keine gesicherten Zahlen über Kinder, die an einer seltenen Krankheit leiden, oft sind nicht einmal die Krankheiten selbst diagnostiziert. "Viele Mediziner lassen die Untersuchungspapiere in der Schublade. Das behindert den Informationsfluss, der für die Heilung und Unterstützung der Familien nötig wäre", klagt Paula Costa. Isabel hatte Glück im Unglück, denn sie hat Ärzte gefunden, denen es Berufung ist, das Leiden der Kleinsten zu lindern. Dr. Jorge Palácio und Dr. Rui Rosado vom Krankenhaus in Évora haben das Mädchen am 5. Dezember operiert. Bereits früher war Isabels Darmausgang verlegt worden, hatte aber seinen Dienst nicht aufgenommen. Der erneute Eingriff verspricht Erfolg für Isabels weiteres Leben. Dennoch benötigt sie weiterhin Pflege und teure Medikamente, für deren Gewährleistung zu einem nicht geringen Teil die Spenden von ESA-Lesern beitragen. Für ESA-Leserin Karin Stache aus Niedernhausen, die ein Weihnachtspaket für die Kleine schickte, ist Isabel "schon zu einem Teil der Familie" geworden. Die Aktion Lichtblicke dankt allen Spendern für deren teilweise sehr beeindruckenden persönlichen Einsatz.
"Aktion Lichtblicke"

203lbisabel.jpgESA berichtete bereits über das Schicksal der kleinen Isabel, die mit schweren inne­ren Missbildungen zur Welt kam (siehe ESA 10/02, 12/02).
Nach neunstündiger Oper­ation im Dezember und der nötigen Nachsorge in der Klinik in Évora ist die Dreijährige wieder zu Hause und spielt schon wieder mit ihren Cousinen und Freun­dinnen, wie jedes andere ge­sunde Kind. Das dies möglich wurde, erzählt Isabels Groß­mutter Maria Jóse, ist dem Einsatz vieler Menschen zu verdanken, insbesondere den helfenden Hän­den der ESA-Leser.
Bei der Übergabe nachträglicher Weih­nachts­päckchen von ESA-Lesern, unter an­de­rem von der Familie Stache aus Niedern­hausen, sowie einem Scheck über insgesamt 1.000 Euro aus Spen­den­geldern und dem Konto der gemein­nützigen Orga­nisation "Aktion Licht­blicke", bedankte sich Maria José und ihre Familie bei allen Helfern und erzählte von ihrer Erleich­terung: Auch das Ärzteteam der Kinder­klinik wollte kein Geld für seine Arbeit. Maria José muss nur den – allerdings recht kostspie­ligen Aufenthalt im Krankenhaus und die teuren Medika­mente selbst bezahlen.
Isabel braucht nun aber auch nur noch zwei verschiedene Arzneien, statt wie vorher ein rundes Dutzend. Bis auf weiteres muss aller­dings ein strenger Diätplan eingehalten werden: Isabels Nahrung entspricht vorläufig noch der eines Babys. Und zweimal pro Woche muss Isabel zur Nachuntersuchung nach Évora. Die Ärzte sind verhalten optimistisch, dass ihre Operation langfristig gelungen ist. Nach dem "hochriskanten Eingriff", so der behandelnde Arzt müsse man allerdings noch ein bisschen warten, um zu sehen, ob alles gut gelaufen ist. Die Mediziner be­stätigen der Klei­nen allerdings Tap­fer­keit. Mit nur ein paar Tränchen über­stand sie die langwierigen Untersuchungen und die Operation.
Und Isabel wird weiter auf finanzielle Hilfe ange­wie­sen sein. Für ESA-Leser in Deutsch­land, die das Kind unterstüt­zen wollen, hat ESA-Abon­nentin Karin Stache ein ge­bühren­freies Konto einrichten können, sodass jeder ein­ge­zahlte Euro di­rekt an Isabel geht. Frau Stache wird bei ihren Algarve-Besuchen das Geld persön­lich über­reichen und so die Ge­bühren für Aus­lands­überweisungen vermeiden.
Wenn Sie Isabel unterstützen möchten – je­der Cent wird dankbar entgegengenommen – können Sie das durch Ihre Überweisung tun.

 
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